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Mein Werdegang als Amateurfunker

 

Mit der Kurzwelle bin ich schon in meiner frühesten Jugend in Berührung gekommen.

Mein Vater war viele Jahre lang Chefredakteur beim österreichischen Kurzwellen-Auslandsdienst und somit standen bei uns zu Hause immer irgendwo KW-Radios herum.

 

Mich persönlich interessierte nie das Hören der jeweiligen Auslandsdienste sondern die meist schwachen Amateurfunkstationen in den einzelnen KW-Bändern - ganz im Gegensatz zu meinem Vater, der dem Amateurfunk nie etwas abgewinnen konnte. Einige Versuche, ihn doch für die Prüfung zu begeistern scheiterten kläglich!

 

Besonders fasziniert war ich von den  Morsesignalen, da ich es mir einfach nicht vorstellen konnte, wie man diese schnellen einzelnen Töne als Sprache interpretieren kann.

Die erste Amateurfunkstation die ich „Live“ besuchte - es muss wohl so um 1980 gewesen sein -  war die von Prof. Wolf Harranth, OE1WHC, ein lieber Kollege meines Vaters.

Wolf führte ein QSO mit einer Station aus Kolumbien (HK), viele tausende Kilometer von Wien entfernt! Ich war restlos begeistert und „infiziert“.

An diesem Tag war mir klar, dass ich eines Tages selbst Amateurfunker werden musste!

 

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So richtig mit dem Amateurfunk kam ich dann 1988 in Verbindung.

Zu dieser Zeit, es war gleich nach meinem HTL-Abschluss, bekam ich meinen ersten Job bei den Vereinten Nationen in Wien.

Auf einer Infotafel fand ich ein Informationsblatt über die Amateurfunkstation 4U1VIC mit dem Hinweis, dass Besucher gerne willkommen sind.

Daraufhin meldete ich mich beim Stationsbetreuer John Oakberg (OE3JOS, NK4N). Er zeigte mir dann einige Tage später die UNO-Station 4U1VIC und führte mir gleich die Station vor.

Nach dem ersten CQ-Anruf bildete sich ein Pile-Up,  welches er als erfahrener Operator vorbildlich runterarbeitete.

Leider hatte ich zu diesem Zeitpunkt noch keine Lizenz und somit verbrachte ich die ersten Mittagspausen (meist alleine) als SWL vor einem YAESU FT-767GX.

Diesen Umstand musste ich schnell ändern, was ich auch wenige Wochen später tat….

 

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John Oakberg (NK4N) und Richard Olsen (KH6DO), beide Amateurfunkprüfer, nahmen mir gemäß den amerikanischen Statuten die Prüfung für die erste Lizenzklasse „NOVICE“ ab.

Somit war ich „Radioamateur“ und bekam einige Wochen später das Rufzeichen KC4EKG zugewiesen.

Ich erinnere mich noch gut an meine ersten QSO´s. Ich kam gerade aus den USA zurück mit meiner Lizenz im Gepäck und fuhr noch am selben Tag, total übermüdet vom langen Flug, in die UNO-City, im Norden von Wien.

Rauf ins Shack (28. Stockwerk), Endstufe anwerfen, Antenne abstimmen und los ging es…

Ich verbrachte den ganzen Nachmittag und die komplette darauf folgende Nacht im Shack, arbeitete auf verschiedenen Bändern einen Pile-Up nach den anderen ab, am liebsten auf Spanisch.

Es machte natürlich besonderen Spaß „on the good side of the pile-up“ zu sitzen.

Von nun an verbrachte ich jede freie Minute im Shack und war sicher in den Jahren 1988,1989 und 1990 der aktivste 4U1VIC-Operator (auch mit einigen Erstverbindungen auf verschiedenen Bändern).

In kürzester Zeit machte ich alle amerikanischen Klassen  (Technican - N4TGW, General, Advanced) bis hin zur US-Extra.

Am Schluss (ca. ein Jahr nach meiner ersten Lizenz) hatte ich das Rufzeichen KM4NA und war selbst akkreditierter Prüfer für alle amerikanischen Lizenzklassen.

 

Bis zur meiner österreichischen Prüfung bekam ich von der hiesigen Fernmeldebehörde übergangsweise das Rufzeichen OE3ZAS zugewiesen, welches ich bis Ende 1990 sehr aktiv benutzte.

Nach erfolgreich bestandener Prüfung im April 1990 wurde mir auf eigenen Wunsch das Rufzeichen OE3NAC zugewiesen, somit hatte ich ein halbes Jahr lang zwei voll gültige österreichische Rufzeichen.

Ich funkte auch nach Erhalt von OE3NAC mit „meinem“ alten Call weiter, verabschiedete mich am 31.12.1990 bei meinen Funkfreunden als OE3ZAS und begrüßte sie am 1.1.1991 als OE3NAC.

 

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Zu dieser Zeit lernte ich auch einen Radio-Hörer meines Vaters kennen, Jose Ismael (EC8ARG), ein Marinefunker, der  jedoch vom Amateurfunk wenig Ahnung hatte.

Ich überredete ihn, die spanische AF-Prüfung zu machen, was er auch in kürzester Zeit tat und so verbrachten wir dann viele Abende auf 15m im QSO, egal wo er auch immer unterwegs war.

Jose Ismael war mit der Taste wirklich ein „Gott“ und er war auch derjenige, der mir die „Morserei“ beibrachte.

Jose war ein äußerst introvertierter Mann, der mit den rauen Gepflogenheiten der Seefahrt nie wirklich zurecht kam. Eines Abends, im Oktober 1989, beging er in der Wohnung meiner damaligen Freundin Selbstmord und hinterließ in seiner Familie und bei seinen Freunden eine große Lücke.

 

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Meine Funkstation hatte ich in den 90er Jahren in Mödling und dank eines großen Gartens auch die Möglichkeit an verschiedenen Antennentypen zu basteln.

Leider waren zur damaligen Zeit die Nachbarn mit billigen TV-Breitbandverstärkern ausgestattet und meine FL-7000 fand mit 400 Watt immer wieder einen Weg hinein!

Mein Pech war es, dass diese Nachbarn einen sehr guten Kontakt zu meinen Eltern (insbesondere zu meiner Mutter) hatten, was bedeutete, dass mir mehrmals mitten im QSO der Stationshauptschalter „unfreundlich“ umgelegt wurde.

Ich weiß: ich hätte meiner Mutter nie diesen Schalter zeigen dürfen………!

 

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Von Mitte 1991 bis Ende 2002 war es sehr ruhig um mich, ich übersiedelte nach Wien und hatte dort leider keine Möglichkeit eine Antenne aufzustellen.

In dieser Zeit war ich hauptsächlich als EA7/OE3NAC aus meinem Zweit-QTH in Malaga aktiv.

Ende 2002 zog ich nach Simmering  in eine wunderschöne Maisonette-Wohnung.

Das dortige Flachdach und die einfache Montagemöglichkeit machten mir wieder große Lust aufs Funken.

Da es sich bei diesem Bau um eine Genossenschaft handelte, rechnete ich mir keine großen Chancen im Bezug auf eine Antennengenehmigung aus.

Umso größer war meine Verwunderung, als ich einige Tage nach Einreichung, einen positiven Bescheid zur Aufstellung einer Funkantenne ohne jegliche Beschränkung bekam.

Unter Mithilfe von OM Ing. Heinz Schwarzott (OE1ZO) montierte ich eine Titan DX von GAP auf das Dach des Wohnhauses.

Ab nun war ich wieder regelmäßig QRV und habe bis Juni 2005 schöne Verbindungen damit getätigt.

 

Im Mai 2005 startete ich mein nächstes großes Antennenprojekt:

Unter Projektleitung von OM Walter Weiss (OE3WWS, ex. WB2TJB) wurde in Simmering am Flachdach eine Antennenanlage mit einer Richtantenne der Firma OPTIBEAM ( www.optibeam.de ) realisiert.

Mit dieser Antenne war ich dann bis August 2006 mit einem sehr schönen Signal QRV.

 

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Im Herbst 2006 stand wieder einmal eine Übersiedelung an. In meiner neuen Wohnung habe ich diesmal leider keine Möglichkeit mehr, eine Antenne am Dach zu montieren.

Somit bin ich seither als OE1NAC über die Funkstation meines Freundes Roberto, OE1HOW, über einen Remote-Zugang (Internet) QRV.

Als Programm verwenden wir „HAM RADIO DELUXE“, dass zusammen mit einer Kenwood TS-2000 und der „Monster-Antenne“ Optibeam 18-6 sehr viel Spaß macht.

 

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Ich interessiere mich für den DX-Verkehr sowohl in Phonie wie auch in CW, meine Lieblingsfrequenzen sind das 15 und 17 Meter Band.

Da ich mich für die komplette Bandbreite des Amateurfunkdienstes interessiere, bin ich auch auf den neuen digitalen Betriebsarten wie EchoLink aktiv zu finden.

Bis jetzt habe ich so an die 210 Länder abgearbeitet, bestätigt sind es aber nicht viele, da ich mich für QSL-Karten überhaupt nicht interessiere.

Ich habe in meiner Zeit als 4U1VIC-Operator so viele QSL-Karten beantworten müssen, dass mir die Lust dazu vollkommen vergangen ist.

 

Ich möchte folgenden Amateurfunkstationen meinen Dank aussprechen:

 

NK4N, John  einfach nur THANKS

KH6DO, Dickeinfach nur THANKS

OE1KTS, Tom – mein ältester (Funk-) Freund

EC8ARG, Jose – er ist leider viel zu früh „freiwillig“ von uns gegangen

OE1ZO, Heinz – Antennen-Guru, quäle ihn oft mit technischen Fragen

OE1HOW, Roberto – was wäre das 2m-Band ohne unsere QSO´s?

OE1WHC, Wolf – hatte 1 x das Glück mit ihm ein persönliches QSO zu führen

OE4MXB, Michael  Retter meiner Autos, Danke für Deine Hilfsbereitschaft

OE3WWS, Walter – ohne Walter hätte ich wohl nie eine Richtantenne aufs Dach bekommen, HERZLICHEN DANK!

OE3BMA, Fred (Mr. EchoLink)  – Ihm verdanke ich meine EchoLink – Kenntnisse

HK7FSA/4 Jorge – meine Freund in Medellin

HK3JJH, Pedro – unser Österreicher in Kolumbien

 

Ohne sie wäre der Amateurfunk nur halb so schön.

 

73 de Carlos OE1NAC / HK1NAC / KM4NA