Rainer's report:

Es war eine nervenaufreibende Woche. Der lokale Raymarine Händler, den wir endlich in Hamilton (wir sind in St. George's ausfindig machten, war komplett ausgebucht und hatte für uns keine Zeit. Wir hofften, dass der Chip für den Kurscomputer der Fa. Ober aus Vorarlberg das Problem lösen würde, aber Garantie hatten wir keine. So beschäftigte uns zunehmend der Gedanke, dass der Chip möglicherweise nicht die Lösung sein würde - was dann.

Also bestellten wir eine neue Steuereinheit. Später kamen wir auf die Idee uns vom Raymarine Dealer eine andere aber kompatible Einheit auszuborgen die dieser uns freundlicherweise gegen Kaution überließ. Diese bauten wir selbst ein und stellten fest, dass diese genauso keine Kursdaten zeigte wie unsere eigene. Also die Steuereinheit war es nicht. Wir fanden an Bord ein neues "Seatalk" Kabel und ersetzten das Alte. Auch ein Fehlschlag. Wir bauten den Fluxgatekompass aus und überprüften dessen Funktionsfähigkeit- er funktionierte. Wir zerlegten den Bordcomputer und löteten auf der Platine einige Kontakte zusammen -Anleitung Fa. Ober per E-mail. Auch das war es nicht. Wir trennten die Stromversorgung des Computers vom Bordnetz und schlossen diesen an eine separate Batterie an - kein Erfolg. Wir ersetzten die Seatalk Verbindungen durch NMEA Verbindungen - auch nicht. Wir lasen die Datensätze des Fluxgate Kompasses über den PC aus, nur um nochmals festzustellen, dass der Kompass ok. war. Jeden Tag hofften wir auf das Wunder, dass der Computer wieder voll funktionieren würde. Der erste Weg nach dem Aufstehen führte zum Schalter - vergebens, er ließ sich nicht erweichen.

Nun wollten wir vorsichtshalber einen Ersatzcomputer bestellen. Der den wir hatten gab es nicht mehr und Hamilton wusste nicht sicher welcher für unser Boot geeignet sei. Amel zeichnete sich dadurch aus, dass sie nach einem Tag uns auf die Fa. Pochon verwiesen, diese hüllte sich zunächst in Schweigen. Erst ein geharnischtes Mail an Amel bewirkte, dass wir endlich erfuhren, dass wir einen S3 brauchen. Unsere Frage, ob einer auf Lager wäre blieb unbeantwortet - unser Händler hatte keinen. Clay Electronic in den USA war bereit, einen zu besorgen, meinte aber, dass dieser mit unsrem 24V System nicht richtig funktionieren würde, wir sollten noch " a couple of weeks" warten, bis die verbesserte Version herauskäme. Fa. Ober in Vorarlberg meinte: "so ein Unsinn". Also baten wir unseren Händler zu der ursprünglich bestellten Steuereinheit auch einen S3 zu bestellen.

Die weitere Zeit verbrachten wir damit, unsere Lieferungen via DHL Tracking  System und zahllosen Telefonaten zu verfolgen. Mittwoch waren ein heißer Tag - doch der Chip, der Freitag vergangener Woche aufgegeben wurde kam nicht. Auch nicht Donnerstag. Zitternd fieberten wir Freitag entgegen- Samstag/Sonntag ist ja alles dicht. Freitag nachmittags war es dann soweit: der Elektroniker von Hamilton kam mit drei Paketen an Bord: eine neue Steuereinheit, ein neuer S3 Computer und unser Chip aus Vorarlberg den er aus dem Zoll gleich mitgenommen hatte.  Den nahm ich ihn sofort ab und baute ihn in unseren Computer ein, steckte an - und es funktionierte. Nun kam einmal eine gute Überraschung: Unser Händler übernahm die von uns bestellten Geräte und  verrechnete lediglich eine Arbeitsstunde - und wünschte uns alles Gute. (Diese waren zollfrei - Ship in Transit- natürlich verkaufte er sie mit Zoll) Der ganze Scherz kostete uns mehr als eine Woche und 100,- € für den Chip.

Nun nochmals letzte Vorbereitungen. Morgen Samstag am frühen Nachmittag wollen wir endlich auslaufen.

Rainer

27/05/05 Bermudas

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