Amateurfunk über Satelliten

Als junger Funkamateur hatte ich natürlich mein Handfunkgerät ständig bei mir. Als ich einmal durch einen Wald spazierte und das Gerät auf 145,9875 MHz stehen blieb, traute ich meinen Ohren kaum. Aus der bloßen Hand funkte plötzlich halb Europa. Es war Amsat Oscar 21, den ich da reinbekommen hatte. Von diesem Moment an war ich infiziert mit dem Satellitenfunkvirus.



AO-21 sendet Grüße auf englisch und deutsch. (MP3 145k)

AO-21 sendet Grüße auf russisch. (MP3 23k)

AO-21 sendet Funksprüche der Eagle-Crew von 1969. (MP3 75k)

Da ich damals noch nicht genügend Sendeleistung auf 70cm hatte gelang es mir leider nie selbst AO-21 zu arbeiten. AO-21 war nur eine sekundäre Nutzlast auf einem kommerziellen Satelliten. Als dieser seine Aufgabe erfüllt hatte, wurde der gesamte Satellit stillgelegt. Hier einige Mitschnitte, 1994 sendete AO-21 zum 25jährigen Jubiläum der ersten Mondlandung die damaligen Funksprüche der Eagle-Crew.

Meine ersten QSOs gelangen mir über AO-27. Dieser hat gegenüber AO-21 Up- und Downlink verdreht, sendet also auf 70cm. Damit war es mir erstmals möglich selbst einen FM-Satelliten zu arbeiten, da ich im Uplink auf 2m mit 35 Watt genügend HF-Leistung aufbringen konnte. Hier sieht man mein protables Equipment mit Aufnahmemöglichkeit des QSO-Betriebs auf Minidisk.






Mitschnitt vom 14. 1. 2001

SO-35 in APRS

Später arbeitete ich auch noch UO-14 in FM-voice, über SO-35 arbeitete ich wenige Tage bevor er verstummte noch in APRS und über den MIR Umsetzer, ein reiner 70cm Repeater im Weltall das ist eher ungewöhnlich, mit nur 5 Watt und einer HB9CV Antenne. Es war allerdings UKW-Kontest an jenem Wochenende, daher wenig Betrieb auf den Satelliten.



Schau auch in der QSL Abteilung unter Satellitenkarten.





Besonders genau verfolgte ich den Start und die ersten Monate von AO-40. Nachdem der Satellit im Dezember 2000 Probleme bekommen hatte, was den Ausfall des 2m TX zur Folge hatte, konnte nach mehreren Tagen wieder Betrieb mit dem 13cm TX aufgenommen werden. Danach war es sehr wichtig möglichst viel Telemetriedaten von AO-40 zu bekommen, um sich ein Bild der Ereignisse im Dezember 2000 machen zu können. Ich beteiligte mich damals aktiv an der Sammlung von AO-40 Telemetriedaten, auch wenn ich mit meiner kleinen Antennenausrüstung nur eingeschränkt eine Hilfe gewesen sein kann. Ich versuchte auch eine größere Antenne zu verwenden so oft mir das möglich war. Hier hatte ich bei geringer Elevation das Problem, dass WLAN Signale der Großstadt den Empfang von AO-40 stark störten. Ich umging dieses Problem meist dadurch, die Antenne nicht exakt auf den Satelliten auszurichten, sondern die Elevation etwas höher zu wählen. Dadurch war zwar das Satelliten-Signal etwas schwächer, aber die Störung deutlich verringert, da diese dann bereits außerhalb der Hauptkeule lag und damit besser ausgeblendet werden konnte.


Eines der ersten von mir noch auf dem 2m Band selbst empfangenen Telemetriepakete von AO-40 erhält man durch klick auf das nebenstehende Bild.




QSO mit DL6DBN (MP3 669k)

QSO mit F6GBQ (MP3 755k)

Einen Tag nachdem der U/S Transponder (70cm up - 13cm down) zum ersten Mal in Betrieb genommen wurde, gelangen meine ersten beiden Verbindungen über AO-40. Dabei verwendete ich im Downlink einen 35cm Offsetspiegel mit einer Dosenantenne und einem Vorverstärker von DB6NT. Im Uplink verwendete ich ein FT-790 mit 2 Watt Ausgangsleistung und eine 9 Element Yagi Antenne mit ca. 11 dB Gewinn. Das bedeutet ich hatte eine Uplink ERP von ca. 25 Watt. Man muss beachten: Sowohl Uplink als auch Downlink waren linear polarisiert. Das bedeuet sowohl im Up- als auch im Downlink ca. 3 dB Verlust gegenüber zirkular polarisierten Antennen. Trotz diesem Minimal-Equipment konnte ich meine SSB-Signale noch selbst zurückhören und 2 Stationen arbeiten.

Mehr Informationen zum Thema Amateurfunk über Satelliten findet ihr auf der Homepage von
AMSAT Deutschland bzw. AMSAT USA.