Bau von FM-Relaisfunkstellen

Schon als ich noch in die HTL ging war es mein Traum mal selbst ein FM-Relais zu bauen. Damals baute ich eine einfache squelchgesteuerte Schaltung, die allerdings nur zu Testzwecken zum Einsatz kam. Bis heute war ich schon in mehrere echte Relais-Projekte eingebunden und arbeite aktuell auch wieder an einem neuen Projekt.



O E 6 X C D

Mein letztes Projekt war OE6XCD ein 70cm Multimode Umsetzer auf exponiertem Standort. Stationen aus bis zu 250km Entfernung haben diesen Umsetzer bereits gearbeitet. Betriebsarten APRS, DRM, Fax, Phonie, PSK31, SSTV wurden schon gehört. Die Liste lässt sich noch verlängern. Mehr Informationen gibt es auf nebenstehendem Link.

Sieht aus wie ein normaler Koffer ....
Darin versteckt sich die Hardware des nächsten 70cm Relais-Projekts. Praktisch um es mit mehreren Leuten testen zu können, ohne es wirklich in die Luft zu bringen. Sender arbeitet am Dummyload.




Der geöffnete Koffer gewährt erste Einblicke.


Hier die Hardware im Detail.
2x FK105/460
WXSTEU
7Ah 12V Bleigelakku

Mein bisher größtest Projekt war das wiener 13cm FM-Relais. Hier einige technische Daten:
Standort: Wien Simmering ca. 200m über Grund
Sendeleistung an der Antennenbuchse ca. 15 W
Empfängerempfindlichkeit ca. 0,15µV
Antenne: 19x 1/2 Lambda gestockt 11dB Gewinn
Sendefrequenz: 2401,900 MHz
Empfangsfrequenz: 2449,900 MHz

Das ist der fertige Aufbau des 13cm Relais. Alle Module wurden von mir in das Gehäuse eingebaut. Die meisten Module waren bereits fertig aufgebaut. Bei einigen anderen habe ich noch selbst Hand angelegt (Filter abgleich etc.) oder selbst entworfen. Wie zum Beispiel die Anschaltung der Steuerung an den Relais-Sender. Dabei waren folgende Kriterien wichtig:
Möglichst flacher Modulationsgang im Sprachband, damit eine naturgetreue Wiedergabe möglich ist.
Filterung der Relaiskennung, da aus der Steuerung ein Rechtecksignal kommt.
Leichte Reduktion des Frequenzhubes der Kennung bei geöffnetem Relais, also QSO Betrieb.





Da das Relais im Freien montiert werden sollte, musste das Gehäuse wasserdicht sein. Hier prüfe ich gerade die Regenfestigkeit des Gehäuses. Dazu wurde es mehrere Minuten aus allen Richtungen, ausser von unten, beregnet.

Auch die Antenne habe ich getestet. Dazu habe ich eine 30m Strecke aufgebaut. Als Empfangsantenne diente ein 85cm Offsetspiegel mit einer Dosenantenne. Durch Aufbau der Messstrecke in 2,75m über dem Boden und dem geringen Öffnungswinkel der Empfangsantenne konnten Bodenreflexionen, die das Messergebnis beeinflussen hätten können, nahezu ausgeschlossen werden.




Am 12. Mai 2001 wurde das Relais dann erfolgreich in Betrieb genommen. Kurz darauf, am 25. Mai, fuhr OE1WRS mit seinem Mobilequipment mit ca. 1 Watt Sendeleistung und einem Rundstrahler am Autodach zur Funkausstellung in Laa/Thaya. Dabei wurde die größte Entfernung von ca. 50 km bei seiner letzten Meldung vom Messegelände in Laa erreicht. Auf der nebenstehenden Karte sind der Relaisstandort mit einem roten Punkt und alle Standorte ausserhalb Wiens, von denen OM Werner hörbar war mit einem grünen Punkt gekennzeichnet.