Meteosat und andere Wettersatelliten

Zum Empfang von Meteosatbildern kam ich eher durch Zufall. Bei einem Gespräch im QRL sagte ein Kollege, dass er gerne selber Meteosatbilder empfangen würde. Da erinnerte ich mich, dass ich schon von Funkamateuren gehört hatte, die Meteosatbilder selber empfingen. Von diesem Moment an war ich beauftragt Meteosat-Empfang zu realisieren. Man muss hier erwähnen, alles das passierte im Herbst 1996. Wir hatten damals noch kein Internet, also musste ich meine Informationen aus dem Packet Radio Netz bzw. aus Büchern holen. Außerdem hatten unsere PCs damals noch keine Soundkarten eingebaut, damit war ein Wandler notwendig. Als ich herausgefunden hatte, wo Meteosat im Orbit positioniert ist und auf welcher Frequenz in welcher Betriebsart gesendet wird, folgte der erste Empfangsversuch mit einem Spektrumanalysator und einer Hornantenne. Bis auf Rauschen war leider nichts zu erkennen. Nun war klar, es musste eine bessere Antenne und ein Vorverstärker her.



Mein Kollege startete den ersten Versuch einen Vorverstärker zu bauen. Er brachte tatsächlich ca. 10 dB Verstärkung, allerdings nur am Messplatz mit 50 Ohm Abschluss. An der Antenne begann er sofort zu schwingen. Wir entschieden uns dann später kommerziell hergestellte Sat-Inlineverstärker zu verwenden, die waren relativ günstig zu bekommen.

Ich war in der Zwischenzeit damit beschäftigt einen simplen Decoder zu basteln, der uns das WEFAX Signal vom Meteosat auf RS232 wandelt um mit JVFAX aufgenommen werden zu können. Leider habe ich kein besseres Foto mehr vom ersten, auf Lochrasterplatine aufgebauten Konverter. Die zweite Version war schon auf einer echten, geätzten Platine aufgebaut, doch war ich mit dem Ergebnis immer noch nicht zufrieden, sodass ich später ein Harifax Modem kaufte.




Mit einem schnell zusammengebauten Wandler und den beschafften Inline Vorverstärkern gelang es uns zum ersten Mal selbst ein Bild von Meteosat zu empfangen. Wir waren überglücklich auch wenn die Bildqualität noch sehr zu wünschen übrig ließ.



Als Antenne diente uns ein 85cm Offsetspiegel an den wir eine Dosenantenne montierten.

Später entwickelte ich mein Empfangssystem stetig weiter. So konnte ich beim Masenbergtreffen der G-QRP Gruppe in der Steiermark am 15. 8. 1998 folgendes System vorführen:




Hier richte ich gerade den 60cm Offsetspiegel mit Dosenantenne und direkt angeschlossenem Low Noise Vorverstärker von DB6NT ein.




AR5000 als Empfangsgerät, Harifax Modem als Wandler und ein !386er! Notebook mit JVFAX zum Empfang der Meteosat Bilder.




Die Bildqualität war gegenüber den Anfängen stark angewachsen und das bei reduziertem Antennenaufwand.


Weitere Versuche und Aufbauten:



Auch mit einem 35cm Offsetspiegel und der Dosenantenne mit dem DB6NT Vorverstärker habe ich erfolgreiche Empfangsversuche angestellt. Natürlich waren die Bilder verrauscht, aber durchaus brauchbar.

Nachdem der Meteosat-Empfang geglückt war, wollte ich auch niedrigfliegende Wettersatelliten empfangen. Es sind dies die russischen Meteor und die amerikanischen NOAA Satelliten. Hier ein Bild von Meteor 3-5, die Helligkeitsdifferenzen waren ein typisches Verhalten dieses Satelliten. Am oberen Bildrand erkennt man sehr schön die verschneiten Alpen. Das Bild stammt aus dem März 1998.


Dies ist meine aktuelle Antennenkonfiguration auf meinem Balkon. Die zwei LNBs sind für den Empfang von ASTRA und Hotbird, die graue Dose dient zum Empfang des örtlichen 13cm ATV-Relais und die Dose, die nur provisorisch auf dem Fotostativ angebracht ist, dient zum Empfang von Meteosat.