Die Geschichte meines Heimatdorfes




Unser Hermsdorf ist ein kleines Straßendorf mit ca. 100 Einwohnern, in den letzten Jahren hat sich viel getan. Es wurde viel um- und ausgebaut einige Eigenheime entstanden auch. Bis 1997 waren wir eine eigenständige Gemeinde mit Bürgermeister und Gemeindeamt. Nach der Eingemeindung zur Gemeinde Rossau gab es bei uns nur noch kurze Zeit einen Ortsvorsteher.

1160 bis 1180 wurde hier eine Rodung durchgeführt und es entstanden 20 Bauerhöfe auf der Hochfläche des mittelsächsischen Löslehmhügellandes.
Die früheste Erwähnung erfolgte im Lehnbuch "Friedrich des Strengen" (1349/50). Dort wird Hermsdorf unter den Besitztümern Grundherrn Peter von Liebschwitz aufgeführt. Der Vorname wurde im Sprachgebrauch immer mehr zusammengezogen, bis hin zu "Hermsdorff" (1445).

4. August 1421 wurden die Hussitten bei Brüx besiegt.
1431 kamen sie wieder, die Horden kamen über Döbeln und Hainichen.
25.September 1450 wurde Mittweida niedergebrannt, sowie die Liebenhainer Kapelle zerstört.
1447 war eine große Hitze, viele Waldbrände, unendlicher Schaden.
1473 der warme Winter war ohne Schnee, Gründonnerstag war die Baumblut und es wurde ein heißer Sommer.
1486 war ein harter Winter, das Eis war bis Pfingsten.
1504 eine Räuberbande war im Rossauer Großwald und im Zellwald. Anführer war N.....Der Förster hat mit Männern die Bande gefangen, gefesselt und nach Mittweida gebracht
Um 1562 wurde Rossau evangelisch
1544 wurde das Altzellische Regiment in Rossau abgezogen
1590 war ein heißer Sommer, es soll 38 Wochen nicht geregnet haben
1587 wurden zwei Räuber, Lorenz R. und Peter G. in Mittweida verurteilt
1618 - 1648 Der Dreißigjährige Krieg
Die Pesttoten wurden auf den Felder begraben. 1632 kamen die Horden, brandschatzten Dörfer trieben Leute und Vieh weg. Das folgende Jahr brachte abermals die Pest. Die Leichen konnten nicht bestattet werden. Verwilderte Hunde fraßen sie zum großen Teil.
Fast alle Einwohner von Rossau mit Pfarrer flüchteten hinter die Stadtmauer von Mittweida. Unter den zusammengepferchten Menschen brach erneut die Pest aus. Alle "Nichtbürger" mußten Mittweida verlassen.
6. März 1662 war in Mittweida ein Großfeuer 163 Wohnhäuser, das Rathaus und das Schützenhaus wurden in Asche gelegt.
1757 mußte Weinsdorf Hafer, Heu, Stroh und Brot an die Preußen liefern. An der Mühle der Zschopau ließen es sich die österreichischen Husaren wohlschmecken.
1761 war auf Rossauer Fluren ein Reitergefecht. Die Oesterreicher kamen von Hainichen, die Preußen von Mittweida.
1797 wurde in Hermsdorf eine Schuetzengesellschaft gegründet.
Bis 5. August 1813 hatte Niederrossau an Verwüstung, Plünderung und Erpressung zu leiden. 1534 Reichstaler und 8 Groschen mußten gezahlt werden. Geraubt wurden 19 Pferde, 1 Ochse, 8 Wagen, 1 Wagenrad.
4.- 9. April 1813 lagerten in Hermsdorf 165 Mann Königliche Cürasire. Am 16. April 386 Königlich Preußische Gränadiere, Rußische Kosacken usw. Es lagen in dem kleinen Hermsdorf im April 1813 fast 1000 Mann.
Am 29. März 1814 mußte Weinsdorf 10 Mann drei Tage lang abstellen, um die Gefallenen der Völkerschlacht bei Leipzig tiefer zu begraben.
10. Juli 1916 nachmittags gegen 17.00 Uhr fegte eine Windhose mit verheererender Wirkung über Weißthal, Ringethal, Kockisch und Hermsdorf. An der Leisniger Straße in Mittweida nahm die Windhose ihren Anfang und begann Bäume zu knicken und zu entwurzeln, genauso wie Strom-und Telegrafenmasten. In Hermsdorf schleuderte ein starker Baum über ein Haus, daß regelrecht gespalten wurde.
Schulfest.

Auenbachfischen.

Fastnacht.

Grunzeburg.



Diese Zeilen sammelte und schrieb ein alter Hermsdorfer auf.

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