Die Fastnacht
So etwas gab es nur in unserem kleinen Hermsdorf.
Am Fastnachtdienstag durften nur die verheirateten Einwohner zum Tanz in den Gasthof gehen.
Dort hat man vier oder fünf Männer heimlich für den nächsten Tag rausgesucht.
Diese hatten sich verkleidet und Larven (Masken) aufgesetzt, damit sie nicht erkannt wurden. Danach ging es von
Haus zu Haus und von Hof zu Hof. Die Kinder rannten mit hinterher. Denn dies fand am Nachmittag statt.
Es wurde alles gesammelt, Brot, Butter, Wurst, Speck, Schinken, saure Gurken, Eier, mit anderen Worten,
alles was zum Essen war. Aber auch Geld, welches für Schnaps und Bier gebraucht wurde.
Am nächsten Tag, dem Aschermittwochabend durften dann die Hermsdorfer Männer alle in den
Gasthof gehen und das Zusammengetragene essen und trinken. Aber wieder nur verheiratete Männer.
Fastnacht 1932
von links nach rechts
Seidler, Georg; Ulbricht, Alfred; Lippmann, Oskar; Sachse, Arno; Eifrig Willi