Was ist Amateurfunk ?
 

 

Amateufunk ist ein nichtkommerzieller Funkdienst, der von Privatpersonen für ihre eigene Aus- und Weiterbildung, mit Gleichgesinnten weltweit untereinander und für technische Studien ausgeübt wird. Er bietet die umfangreichsten Betätigungsmöglichkeiten in einem Funkdienst, die einer Privatperson zur Verfügung stehen, und geht in seinen Möglichkeiten weit über die des CB-Funks (Citizens' Band Radio) hinaus. Ähnlich der Teilnahme am Automobilverkehr mit einem Kraftfahrzeug ist aber eine Genehmigung erforderlich, die in verschiedenen Klassen in einer mit Erfolg bestandenen Prüfung erworben werden kann, in der Fachwissen und praktische Tätigkeiten auf dem Gebiet des Amateurfunks demonstriert werden müssen. Weltweit wird der Amateurfunkdienst von mehr als 1 Million Funkamateuren betrieben, die sich aus allen gesellschaftlichen Schichten rekrutieren. Auch wenn heute der Pioniercharakter des Amateurfunks der 1. Hälfte des 20. Jahrhunderts nicht mehr besteht, ist der Amateurfunk nicht bedeutungslos geworden. Die Beschäftigung mit dem Amateurfunk stellt nicht selten der Beginn einer Beschäftigung mit funkbasierten Übermittlungstechniken dar, die auch die Berufswahl beeinflussen kann und durchaus die Chancen für eine Ausbildung und Anstellung in technischen Berufen erhöhen kann.

Mehr noch, ist er auch eine sehr interessante Freizeitbeschäftigung, in der Experimente und Kommunikation mit Gleichgesinnten ganz oben anstehen


Amateurfunk ist Freizeitbeschäftigung mit weitreichenden Möglichkeiten
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Dem Amateurfunker stehen zahlreiche Frequenzbereiche und Betriebsarten für seine Kommunikation zur Verfügung:

Fequenzbereiche:

  • Kurzwelle (160, 80, 40, 30, 20, 18, 15, 12 und 10 m)
  • UKW (54, 144 und 430 MHz)
  • UHF (1.2; 2.3, 5.6, 10, 24, 47, 75, 120, 142 und 241 GHz)

Hier gibt es auch noch zahlreiche Möglichkeiten zum Experimentieren.

Betriebsarten

  • Sprechfunk
  • Telegrafie (Morsen, Fernschreiben)
  • Faksimile-(Bild)-Funk (Fax, Schmalbandfernsehen)
  • Amateurfunkfernsehen
  • Digitale, computerunterstütze Kommunikation (Packet Radio,Sstv)

Eine Kodierung der Aussendung ist nicht erlaubt.

Sendeleistungen

Sendeleistungen dürfen in Abhängigkeit vom Frequenzbereich zwischen 100 W und etwa 1 KW betragen (in Österreich 400 W).

In den meisten Ländern werden Amateurfunkgenehmigungen in verschiedenen Klassen (ähnlich unterschiedlichen Klassen für Fahrerlaubnisse) erteilt, so daß man auch schon mit geringeren Kenntnissen am Amateurfunk teilnehmen kann. Ein Beherrschen des Morsealphabets ist nicht unbedingt Voraussetzung. In Abhängigkeit der Zustimmung der einzelnen Länder zu CEPT-Bestimmungen gelten die nationalen Amateurfunkgenehmigungen in vielen Ländern automatisch. Man kann seinem Hobby somit auch im Urlaub frönen, wenn der Partner da mitmacht und nicht andere Prioritäten wie Alte-Steine-Umdrehen setzt.

Funkamateure (nicht alle) sind kleine Bürokraten
Sie schreiben sich ihre Verbindungen auf oder tippen diese in Datenbanken ein, um sie nach allen Regeln der Kunst auszuwerten. Und es werden für Funkkontakte Bestätigungskarten (Funkamateure nennen sie QSL-Karten) verschickt. Neben dem Beweis, daß die Funkverbindung geführt wurde, kann man sich auch an den Karten selbst erfreuen: Zwischen Kartoffeldruck und Mehrfarbendruck mit in jeder Hinsicht reizvollen Motiven gibt es alles.

 

Amateurfunk ist Sport
Viele Funkamateure sind ehrgeizig. Und der Ziele gibt es viele, die natürlich ohne künstliche Hilfsmittel erreicht werden müssen:

  • Möglichst große Entfernungen zu überbrücken. Im GHz-Bereich zählen schon 100 km mehr. Auf 241 GHz zählt schon eine Verbindung.

  • Kontakte zu allen Kontinenten. Für die Bereiche bis 70 cm (430 MHz) ist das schon gelungen. Aber darüber können Sie noch Erster werden. Aber ohne künstliche Hilfsmittel! Aber die Natur legt ja Hilfsmittel für Reflexionen in den Weg: Wetterfronten, Meteoriten und den Mond.

  • Kontakte zu möglichst vielen Ländern und abhängigen Gebieten. Es gibt so um die 320. Das ändert sich aber von Zeit zu Zeit. Länder entstehen und vergehen. Und eine weitere Schwierigkeit: Aus geografischen, technischen und politischen Gründen gibt es nicht überall Funkamateure.

Aber es gibt auch richtigen Sport. Zahlreiche nationale und internationale Wettkämpfe werden veranstaltet, um deren Sieg gestritten werden kann. Und bei allen Wettkämpfen darf jeder mitmachen, auch wenn die Chance auf den Sieg gegen Null geht. Versuchen Sie dies mal bei Olympischen Spielen !