Freisprechen mit ICOM VS-3           

Aufgrund bestehender Meinungsverschiedenheiten betreffend der
Kommunikation während des Lenkens eines Fahrzeuges wurde die Bluetooth
Freisprecheinrichtung VS-3 für das Mobilfunkgerät ID-5100 von ICOM
näher betrachtet.
Fazit: Beim Bluetooth Gerät VS-3 (136,- + UT-133 65,- = 201,- Euro) muss,
         wie beim kabelgebundenen Mikrophon HM-154 (34,- Euro), 
         die Sendetaste gedrückt werden.

   

Bild: icomamerica.com                                                       VS-3 ohne PTT-Lock

  
                   Standmikrophon                    Handmikrophon
Bild: OE7OPJ  SM-8 mit PTT-Lock        Bild: funkelectronic.at HM-154 ohne PTT-Lock


                             
Mobiltransceiver
Bild: wimo.de           ICOM ID-5100


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Nachfolgender Text ist freie Meinung des Webmasters:

    Gegensprechen (Vollduplex-Betrieb) - Telefonieren (gleichzeitig hören & sprechen)
Wechselsprechen (Halbduplex-Betrieb) - Funken (nur hören oder nur sprechen)



Schon aufgrund dieses Unterschiedes kann Funken nie Telefonieren sein !

Der Lenker eines Land- oder Luftfahrzeuges hat sein Funkgerät auf jenen Kanal eingestellt,
den er benötigt, um mit Teilnehmern seines Funkdienstes kommunizieren zu können.
(Weltweit gibt Schiffsfunk-, Flugfunk-, Sicherheitsfunk-, Amateurfunk- und andere Funkdienste.)
Eine Änderung des Kanals während der Fahrt oder des Fluges ist kaum notwendig.
Die optische Aufmerksamkeit des Lenkers eines Land- oder Luftfahrzeuges bleibt
während der gesamten Fahr- oder Flugbewegung immer uneingeschränkt erhalten.
Der einzige Handgriff beim Funken ist das Drücken der Sprechtaste des Mikrofons.
Das Funkgespräch selber wird ausschließlich akustisch über den fest eingebauten
Mobillautsprecher oder das Headset und das Mikrofon abgewickelt.
Weder auf dem Lautsprecher, noch auf dem Mikrofon eines Funkgerätes
ist ein Bildschirm vorhanden, den es zu beobachten gäbe.
Das ständige Beobachten des Displays eines Rundfunkempfängrs ist ebenfalls nicht erforderlich.

  Bild: air-store.eu

Der autorisierte Teilnehmer eines Funkdienstes in der I.T.U. Region 1 (Europa, Afrika,
Naher Osten und Nordasien) darf mit seinem Funkgerät nur innerhalb dieses Funkdienstes
kommunizieren und nicht in ein öffentliches Handynetz einsteigen.
In der I.T.U. Region 2 ist "Phone Patch - Verkehr" (telefonieren über ein Funkgerät mit
Zusatzgeräten, die in Europa nicht zulässig sind) gestattet, aber weitgehend unüblich.
Bei Katastopheneinsätzen in den USA könnte "Phone Patch" eingesetzt werden.
In Österreich ist "Mehrfachausnutzung" (Telefonieren) im Amateurfunkdienst verboten.


Bild: iaru.org

Der Benutzer eines Handys kann mit seinem Endgerät in jedes öffentliche Handynetz,
nicht jedoch in ein geschlossenes Funknetz einsteigen.



Sehr wohl ist der Bildschirm eines Handy zum optische Beobachten und
zum Abwickeln aller Vorgänge von Bedeutung.

Das Abwenden des Blicks vom Verkehrsgeschehen
- auf den Bildschirm eines Handys,
- das Eintippen von Text oder Zahlen auf den Bildschirm eines Handys und
- das Lesen von Informationen am Bildschirm eines Handys
kann katastrophale Folgen haben und die Verwendung einer
Freisprecheinrichtung für Handys während des Fahrens ist unbestritten erforderlich.

Obwohl es für fachkundige Personen einen erkennbaren Unterschied zwischen
Telefonieren und Funken gibt,
haben sich einige LVGs (Landesverwaltungsgerichte), das sind Nachfolger der
vormaligen UVS (Unabhängige Verwaltungssenate), in Österreich entschlossen,
das Funken mit dem Telefonieren in einen Topf zu werfen.
Diese Einzelentscheidungen sind jedoch nicht in jedem Bundesland gleich,
obwohl die Auslegung des TKG (Telekommunikationsgesetz), des KFG (Kraftfahrgesetz)
und diverse Verordnungen im gesamten Bundesgebiet gleich gelten müsste.

Wird der Lenker eines Kfz während des Lenkerns beim Handytelefonieren
ohne Freisprecheinrichtung festgestellt und angehalten,
muss er mit einer Organmandatsstrafe von 50 Euro (2016) rechnen.
Kann er während des Telefonierens nicht angehalten, sondern
nur im Vorbeifahren beim Handytelefonieren beobachtet werden, bleibt er straffrei.
Gleiches gilt für Gurt und Helm. *)
Wird hingegen ein Lenker beim Missachten des Rotlichts einer Ampel von einem
Organ der öffentlichen Aufsicht (Polizei) nur beobachtet und nicht sogleich angehalten,
kann er wegen dieser Verwaltungsübertretung sowohl mit Organmandat von 35 Euro
bestraft oder der Verwaltungsbehörde angezeigt werden.

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Die Behörde kann besonders geschulte Organe der öffentlichen Aufsicht ermächtigen,
wegen bestimmter von ihnen
- dienstlich wahrgenommener oder
- vor ihnen eingestandener Verwaltungsübertretungen
mit Organstrafverfügung Geldstrafen einzuheben. (§ 50 Abs. 1 VStG)

Bei Privatanzeigen werden Zeuge und Beteiligte vor die Behörde geladen.
Der Zeuge hat keine Akteneinsicht und ist zur Wahrheit verpflichtet (§ 50 AVG),
der Beteiligte hat Akteneinsicht (§ 17 AVG). Nur für einen Zeugen ist eine
Falsche Beweisaussage vor einer Verwaltungsbehörde gerichtlich strafbar. (§ 289 StGB)

(* Die Anhaltepflicht (Handy, Gurt, Helm) für die Polizei könnte im Zuge der
    32. Kraftfahrgesetz-Novelle entfallen.

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Amateurfunkgesetz 1998 - AFG i.d.F vom 05.05.2016
https://www.ris.bka.gv.at/
3. Abschnitt - Verwendung von Amateurfunkstellen - Berechtigungsumfang
§ 10. (4) Amateurfunkstellen dürfen weder mit Telekommunikationsnetzen verbunden
noch in Verbindung mit diesen betrieben werden
. (Mehrfachnutzung - Phone Patch)
5. Abschnitt - Behördenzuständigkeit
§ 26. (1) Für die in diesem Bundesgesetz vorgesehenen Amtshandlungen ist,
sofern nicht anderes bestimmt ist, das örtlich in Betracht kommende Fernmeldebüro zuständig.
Betrifft eine Maßnahme den Wirkungsbereich zweier oder mehrerer Fernmeldebüros,
ist einvernehmlich vorzugehen.
(Keine Mitwirkung der Organe der öffentlichen Aufsicht)

Amateurfunkverordnung, Fassung vom 05.05.2016
https://www.ris.bka.gv.at/
§ 2. Die Urkunde über die Erteilung einer Amateurfunkbewilligung ist nach dem Muster der Anlage 1
auszufertigen. (Amateurfunkbewilligung mitführen)

Telekommunikationsgesetz 2003 - TKG  i.d.F vom 05.05.2016
https://www.ris.bka.gv.at/
14. Abschnitt - Behörden
§ 107. (1) Die Organe des öffentlichen Sicherheitsdienstes haben den Fernmeldebüros und ihren
Organen über deren Ersuchen zur Sicherung der Ausübung der Überwachungsbefugnisse im Rahmen
ihres gesetzmäßigen Wirkungsbereiches Hilfe zu leisten.

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§ 102 Abs. 3 KFG bisher:
Während des Fahrens ist dem Lenker das Telefonieren ohne Benützung einer Freisprecheinrichtung verboten.

§ 102 Abs. 3 fünfter Satz KFG soll gem. 32. Kfz-Novelle lauten:
Während des Fahrens ist dem Lenker das Telefonieren ohne Benützung einer Freisprecheinrichtung
sowie jegliche andere Handhabung des Mobiltelefons,
mit Ausnahme der Bedienung des Navigationssystems eines im Wageninneren befestigten Mobiltelefons, verboten.

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